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Großpudel vom Elfgener Platz

Endlich ist sie fertig, die spannende Geschichte über die Herkunft der Mehrfarbenpudel.

Ich danke Judy Domke vom Zwinger Rayon d´Soleil für ihre unermüdliche Arbeit, viele alte englischsprachige Bücher zu übersetzen und hunderte alte Ahentafeln zu durchforsten. Das Ergebnis dürft ihr hier alle lesen!

Die Geschichte der Mehrfarben – Pudel

Heute streitet man um den Namen dieser farbenreichen Pudel. Sind sie doch nicht von der FCI anerkannt, da Frankreich das Standard führende Land ist und es verbietet Mehrfarben bzw. Particolor Pudel wie sie in England heißen zu züchten, obwohl es diesen Farbschlag schon immer gegeben hat wie die Geschichte uns bewiesen hat.

Machen wir uns auf die Reise in die Vergangenheit; Um 1700 herum gab es den Trüffelhund, einen Pudel ähnlichen Hund in Spanien, diese sehr intelligenten Hunde waren überwiegend weiß mit dunklen Abzeichen, da man meistens Nachts auf Trüffelsuche ging mussten die Hunde zu erkennen sein, die einfarbigen schwarzen oder braunen Hunde wurden mit hellen Tüchern bedeckt. Ein Spanier soll so einen Trüffelhund mit nach England um 1900 gebracht haben, mit solchen Trüffelhunden ließ sich in dieser Zeit viel Geld verdienen. Viele Gemälde und Zeichnungen zeigen Particolor Pudel ähnliche Hunde als Wasserhunde oder Trüffeljäger. Miss Jane Lane Besitzerin des berühmten Pudelzwingers “ Nunsoe “ bestätigte dieses, das ihr alter Freund aus Schottland solche Fotos besitzt wo Original Particolor Trüffelpudel drauf zu sehen sind. In der Hutchinsoms Dog Encyclopedia werden Trüffelpudel als sehr intelligent und sehr vielseitig gelobt. Miss Hayes Blake Hoyt Besitzerin des amerikanischen Zwinger “ Blakeen “ schreibt in ihrem Buch “ Your Poodle “über die Herkunft des Pudels, das dieser wohl um 1500 über Spanien zu uns gekommen ist und er wohl ein Verwandter des Spaniels gewesen ist, hierüber kann man streiten da auch in der ersten aufgeschriebene Rassebeschreibung des Pudels von 1850 steht, dass der Pudel von einem südländischen Hirtenhund und einen französischen Griffon abstammt. Andere Autoren vieler Hundebücher schreiben über seine Herkunft dass er wohl vom Barbet und Wasserspaniel abstammt. Ich denke dass alle Autoren ein wenig recht haben, und sich wohl alle diese oben genannten Rassen in ihm vereinen, und das er aus dem Süden Europas kommt, dieses wird immer wieder ersichtlich wenn man die historische Vergangenheit des Pudels näher betrachtet. Wenn wir uns jetzt die Farbenvielfalt der einzelnen Rassen die in unseren Pudel sind ansehen, wird man erkennen, dass sie sowohl einfarbig als auch gescheckt bzw. Zweifarbig waren, diese Tatsache sagt aber nichts darüber aus ob der ursprüngliche Pudel tatsächlich gescheckt, wie viele Mehrfarben Pudelzüchter behaupten oder einfarbig war. Die vielen Gemälde und Stiche, bzw. Zeichnungen damaliger Zeit lassen es vermuten, sieht man sich aber die Ahnentafeln der Particolor Pudel an, erkennt man schnell das immer einfarbige Pudel in den Ur - Ahnen waren , und dieses heute noch so ist. Ich komme aber auf die Ahnentafeln im späteren Verlauf meines Artikels zurück.

Frau Kalina Besitzerin des Pudelzwinger “ der schwarze Joker “ übersetzte für die Verbandszeitschrift “ PIN “ des PZV ´82 einen Artikel über den Particolor Pudel, den Miss Anne Campbray Coppage Besitzerin des bekannten und heute noch bestehenden Zwinger “ Vulcan“ 1977 für das amerikanische Magazin “ Our Poodle “ schrieb. 

Sie schreibt über die Farbe Particolor das es sich keinesfalls um den Begriff Harlekin handelt, so wie der Mehrfarben Pudel bei uns in Deutschland oft genannt wird, sondern der Kopf und die Ohren schwarz sein sollen mit einer leichten Blesse auf dem Kopf . Diese Blesse darf nicht zu breit sein. Das schwarze soll wie ein Sattel über den Rumpf fortgeführt bis unter die Rute die in einer weißen Spitze endet. Einige leichte Markierungen die nicht auffallen, dürfen sein, und natürlich die charakteristische Sprenkelung der Haut. Nicht zu vergleichen der Dänischen Doggen oder auch den Dalmatinern die ja überwiegend getupft sind. Particolor ist ein Begriff für schwarz/weiß, es gibt aber auch braun/weiß, silber/weiß, blue/weiß oder sogar in lemon (gelb) /weiß.

Miss Lane´s Freund zeigte den Particolor Pudel bei mehr als einer Gelegenheit mit großem Erfolg, besondere Klassen auf den Ausstellungen wurden für die Particolor Pudel eingerichtet. Das der Particolor Pudel auf den Ausstellungen angenommen wurde, kam durch eine Empfehlung die in dem Buch“ Hundeausstellungen und Hundeleute“ das 1902 erschien, ausgesprochen wurde. Der Autor dieses Buches schrieb über den Wollpudel und auch über die Entstehung der Farben. Als er seine Richtertätigkeit begann war die vorherrschende Farbe beim Pudel weiß, während nun auch schwarz, schwarz/weiß blue, blue/weiß, grau, grau/weiß, braun, braun/weiß und red die bevorzugten Farben bei den Pudeln waren. Dieses wird im übriigen auch von Alice Lang Roger die den Zwinger “Misty Isles“ besitzt, in ihren Buch “ Poodles in Particular “ das 1951 erschienen ist bestätigt, nur dass sie die schwarzen Pudel bevorzugte. Auch in dem Buch“ The Dog“ von Willam Youatt erschienen im Jahr 1854 ist eine Illustration zu sehen die einen ungeschorenen lockigen Pudel mit schwarzen Pfoten zeigt , sonst gibt es keine Angaben zur Farbe.

Miss Lane züchtete im Laufe der Zeit sehr viele Particolor Pudel einige ihrer Zuchthunde stammen aus dem Zwinger Vulcan so dass sich die Vulcan und Nunsoe Blutlinien vermengt haben, so ist es nicht verwunderlich, das in beiden Zuchtstätten immer wieder Particolor Pudel geboren sind. Auch importierte Miss Lane Pudel aus der Schweiz und aus Deutschland. Der bekannteste Großpudel deutscher Herkunft, war wohl der weiße Nunsoe Duc de la Terrasse of Blakeen. Das interessante daran, und jetzt kommen wir zu der Abstammung dieser attraktiven Pudel, das in vielen scheinbar englischen gezüchteten Blutlinen , spätestens in der 5 Generation plötzlich ein Königstuhl oder Lennep ,zu finden ist, die auch in der Abstammung hinter Duc stehen.

Duc hat immer wieder mit verschiedenen Hündinnen Particolor Welpen gebracht, “Nunsoe Bawbee“ der am 9.Dez. 1933 geboren ist, wo Duc der Vater und die graue Nunsoe Ha´Penny die Mutter ist. Nunsoe Ha´Penny stammt aus einen braun u. weiß Verpaarung. Oder nehmen wir Vulcan Polka Dot,, sie ist wohl eine der bekanntesten particolor Pudel, den wir kennen, dieses Foto von ihr kennt glaube ich jeder, sie steht unter einem Gemälde wo ein particolor Pudel zu sehen ist. Die Ähnlichkeit von ihr und dem Gemälde ist verblüffend. Polkas Vater Vulcan Adophus of Burgois war schwarz, Polkas Mutter Vulcans Champagne Duet die weiß war, und in der 5 Generation den particolor farbende Nunsoe Bawbee sitzen hat. Die particolor farbende Vulcan Champagne Fiesta, die aus einer blue (kann auch silber sein, die Angaben sind hier ungenau) silber Verpaarung kommt, geht Mütterlich in der 9 Generation auf  den schwarzen Anderl von Hugelberg und Nunsoe Duc de la Terrasse of Blakeen zurück beide Hunde sind deutscher Herkunft. Obwohl in Deutschland nur die Reinfarbenzucht erlaubt war, und Duc über Generationen weiß gezogen ist (in der 5 Generation, trifft man auf den schwarzen Rüden Prinz Argo von Königstuhl. Anderl ist so weit man ihn verfolgen kann rein schwarzer Herkunft. Was aber ziemlich sicher ist das die particolor Großpudel aus einfarbigen Pudeln geboren sind. Miss Connie Crews, hat in ihrem Abstammungsnachweis über die particolor Pudel ähnliches festgestellt. Ich habe hier nur einen kleinen Teil Hunde in particolor festgehalten, es gab aber noch einige.

Die Nachfrage der Particolor Pudel war sehr stark, waren diese Hunde von der Farbgebung extravagant und bekannt für ihr üppiges Haarkleid von kräftiger Textur. In den Zuchtstätten “ Nunsoe“ oder auch “ Vulcan“ gab es richtige Wartelisten, schien es doch als wenn dieser Farbschlag cleverer und intelligenter war als die einfarbigen Vertreter der Rasse Pudel. Dieses merkten einige Züchter schnell und auch ging dieses nicht spurlos an den Verantwortlichen der Pudelklubs vorbei. Die Beliebtheit dieser attraktiven Pudel wurde ihnen fast zum Verhängnis, nun durften sie nicht mehr ausgestellt werden, Züchter von einfarbigen Pudel die in ihren Nachkommen particolor Welpen oder auch schwarze Welpen mit weißen Fußspitzen oder eine weiße Brust hatten, schämten sich, wurde ihnen doch erzählt das solche Hunde Fehlfarben wären und so eliminierten sie diese Farbschläge. Sie fingen an zu selektieren. So wurde dieser Farbschlag fast ausgemerzt .Der Particolor Pudel wurde geächtet und verbannt England wollte nur solide Farben. Auch die Amerikanischen Züchter waren nicht gerade begeistert von diesem Farbschlag. Miss Lydia Hopkins schrieb in ihren Buch“ The New Complete Poodle“ über die Mismarket ( Fehlfarben ) das dieser Farbschlag unerwünscht sei und es eine Schande der Pudel sei, die größten Übeltäter wären die weißen Pudel , denn diese tragen versteckt Gene die dafür verantwortlich sind das solche Fehlfarben fallen, und man sollte nur weiß mit weiß verpaaren. Dazu muss man auch erläutern das es nicht nur die gescheckten Pudel gab sondern es kamen auch hin und wieder Phantom Pudel oder wie sie bei uns heißen Black and Tan bzw. schwarz/loh Farben. In Deutschland wollte man sowieso nur den schwarzen und weißen Pudel der braune wurde mehr oder weniger toleriert, da er immer wieder aus den schwarz/schwarz Verpaarungen fiel. Silber und apricot wurden erst viel später von der FCI anerkannt. Der Deutsche wollte reine Farben, im Rassemerkmal von 1850 stand über die Farben geschrieben das kein weißes Haar beim schwarzen Pudel sein durfte. Frankreich tat sich damals so wie heute schwer mit der Anerkennung anderer Farben.

Lange Zeit war es still um den Großpudel in particolor , Klein und Zwergpudel gab es schon noch, in Deutschland gab es viele Befürworter dieser aparten Pudel, unter anderen Frau Eckstein, die 1.Vorsitzende des Allgemeinen Pudel Klubs war der zu dieser Zeit noch nicht dem VDH angehörte, Theo Jaworska lange Zeit als Richter im VDP tätig, rief die Forschungszucht ins Leben. Hier darüber zu schreiben würde den Rahmen sprengen, und es ist eine andere Geschichte. Aber es gab hier in Deutschland immer diesen Farbschlag wenn auch lange Zeit nur bei den Kleinen Vertretern. Nur waren sie nicht anerkannt, !991 wurden die Mehrfarbenpudel national anerkannt, das heißt von den VDH-Pudelklubs, der VDH hat sie mehr oder weniger geduldet, man durfte die Mehrfarbenpudel ausstellen, aber nur auf sog. Klubschauen, sie liefen hier unter den Namen Neufarben. Und auch nur die schwarz/weiß gescheckten und die schwarz/loh farbigen, alle anderen Farbvarianten sind nicht gestattet. 2003 sah man die ersten Großpudel in schwarz/weiß gescheckt, die im Rahmen der Weltausstellung zu sehen waren, sie durften aber nicht ausgestellt werden, die Niederländische Züchterin N. Tunnissen Zwinger Natahlie´s Pride holte einige Particolor Standard Pudel aus Amerika nach Europa. Auch in England sind nicht alle Particolor Pudel eliminiert, einige Züchter züchteten den Particolor Pudel weiterhin zum Vergnügen. Viele wurden unter der Hand für wenig Geld  als Haushund wegegeben. In vielen Ländern erlebt der Particolor bzw. der Mehrfarben Großpudel  die Renaissance. Auch hier in Deutschland schießen sie in allen Farbschlägen wie Pilze aus dem Boden, was für die Rasse nicht immer vom Vorteil ist. Es liegt jetzt an den Züchter diesen Farbschlag im Sinne der alten englischen Zuchtstätten, die zweifellos viel für die Pudelzucht getan haben und das nicht nur bei den Particolor viele einfarbige Pudel aus diesen Zuchten haben mehrere Champion Titel erhalten, und sind große Vererber gewesen, sitzen sie doch noch in unseren heutigen Pudellinien , weiterzuführen. Die Mehrfarbenpudel sind in vielen Ländern noch nicht anerkannt, der AKC trägt nur die particolor Pudel mit AKC Abstammung in seinem Zuchtbuch ein, ausstellen darf man diesen Farbschlag nur im UKC , in den FC I- Ländern ist der Mehrfarben Pudel nicht anerkannt hier gilt er noch als Fehlfarbe. In Deutschland und auch in Österreich dürfen diese Farben gezüchtet werden aber gesondert unter Mehrfarben (in Österreich und Neufarben bei uns) in das Zuchtbuch eingetragen. Ich bin mir aber sicher, die Zeit wird kommen, dass die Mehrfarbenpudel von der FCI als vollwertige Pudel anerkannt werden.

 

 

Judy Domke